Ernährung

nach Hildegard von Bingen


Die Ernährung spielte für Hildegard von Bingen eine zentrale Rolle in ihrem Verständnis von Gesundheit.

In ihren naturkundlichen Schriften beschreibt sie Lebensmittel nicht nur als Nahrung,

sondern als heilende Mittel, die den Menschen stärken, ordnen und im Gleichgewicht halten können.


Grundgedanke:

Essen als Teil der Lebensordnung

Für Hildegard war der Mensch Teil der Schöpfung.

Ernährung war ein direkter Weg, diese Ordnung zu unterstützen.

Gute Nahrungsmittel sollten Wärme, Kraft und Harmonie schenken, während andere den Körper belasten oder die seelische Balance stören konnten.

Ihre Ernährungsempfehlungen verbinden daher Naturbeobachtung, Spiritualität und ganzheitliches Denken.



Die wichtigsten Lebensmittel in der Hildegard-Ernährung:

  • Dinkel – das „beste Getreide“.

Er stärkt nach Hildegard Körper und Geist gleichermaßen, macht froh, fördert eine gute Verdauung und wirkt harmonisierend.

  • Maroni (Esskastanien) – leicht, wohltuend und stärkend;

ideal für empfindliche Menschen.

  • Fenchel – fördert Verdauung und innere Ruhe;

ein Schlüsselgemüse in Hildegards Küche.

  • Datteln und Feigen – liefern gute Energie und stärken auf sanfte Weise.
  • Kräuter wie Quendel, Bertram und Galgant – sollen Lebenswärme und Verdauungskraft anregen.



Was gemieden werden sollte:

Hildegard war überzeugt, dass bestimmte Lebensmittel den Körper schwächen oder „verschleimen“.

Dazu zählte sie z. B.:

  • Pfirsiche
  • Erdbeeren
  • Pflaumen
  • Porree
  • Schweinefleisch

Diese sollten nach ihrer Lehre nur selten oder gar nicht verzehrt werden.



Die Bedeutung der richtigen Zubereitung:

Nicht nur die Wahl der Lebensmittel war wichtig, sondern auch ihre Zubereitung.

Warm, gekocht und gut gewürzt,

so sollten Speisen bekömmlich sein und dem Menschen innere Kraft schenken.

Hildegard empfahl maßvolles Essen, regelmäßige Mahlzeiten und eine Haltung der Dankbarkeit.



Ernährung heute:

Auch wenn Hildegards Aussagen nicht immer mit moderner Wissenschaft übereinstimmen, erfreut sich ihre Ernährungslehre großer Beliebtheit. Viele Menschen schätzen sie als ausgewogene, naturverbundene und sanfte Form der Ernährung, die Wohlbefinden und Achtsamkeit miteinander verbindet.